Dirndlträume - neue und gebrauchte Dirndl in Köln

Kölner Stadtanzeiger am 04.01.2014

 

 In Glessen werden Dirndlträume wahr

 

Ob festlich oder alltagstauglich, ob knallig-bunt oder gediegen – in Tosca Werners Geschäft „Dirndlträume“ gibt es Dirndl in allen möglichen Formen und Farben. Foto: Bilder: Vlaminck

 

Die Münchnerin Tosca Werner verkauft in ihrem Glessener Laden Dirndl für jeden Anlass. Ihre Tipps an die Kundinnen für ein fesches Aussehen: Der Rock sollte nicht zu kurz und das Mieder dafür schön eng sein.  Von Dennis Vlaminck

 

 

Bergheim-Glessen. 

Wer den kleinen Laden im Glessener Gewerbegebiet betritt, wähnt sich gleich am Alpenrand: ein riesiges Hirschgeweih an der Wand, Dirndl und Janker auf den Kleiderstangen, dazu eine Ladenbesitzerin, die das „r“ in „grantig“ richtig rollt und das „s“ in „sauguat“ bayerisch-scharf zischt.

Tosca Werner hat es sich zur Aufgabe gemacht, das bayerische Trachtenkleid, das Dirndl, im Rheinland unters Volk zu bringen.

Große Nachfrage im Rheinland

Dabei setzt sie ganz auf ihre Herkunft: „Als waschechte Münchnerin kennt man sich mit Dirndln aus, das bekommt man in die Wiege gelegt“, sagt die 50-Jährige, die selbst schon oft auf dem Münchner Oktoberfest war. Vor mehr als zehn Jahren hat es sie aus Bayerns Hauptstadt der Liebe wegen nach Köln verschlagen, nun wohnt sie in Glessen.

Die Nachfrage nach Dirndln, die der Kleidung von Dienstmägden Ende des 19. Jahrhunderts nachempfunden sind, sei im Rheinland groß. „Die Frauen tragen das Dirndl nicht nur zum Karneval, sondern auch zu Schützenfesten, zu Oktoberfesten oder auch zu Mottogeburtstagen und Mottofeiern“, sagt Tosca Werner. Zu ihr kämen Kunden nicht nur aus der Kölner Region, sondern auch aus Luxemburg oder den Niederlanden. „Wer bei mir kauft, möchte höhere Qualität haben als die günstigen Karnevalsdirndl, die nicht auf lange Haltbarkeit angelegt sind.“

 

Tipps von der Fachfrau

Im Geschäft „Dirndlträume“ gibt’s dazu noch Tipps von der Fachfrau, worauf eine Dirndlträgerin tunlichst achten sollte: „Die Puffärmel der Bluse müssen herausschauen, die Schleife muss ordentlich gebunden sein, und das Mieder darf keine Falten werfen“, sagt Tosca Werner. Wer das missachte, sehe auch nicht „fesch“ aus.

Gerade beim Mieder benötigt Tosca Werner oftmals Überredungskunst. „Viele Frauen sagen bei der Anprobe, das sei ihnen zu eng“, sagt die Münchnerin. Doch das Oberteil müsse etwas straffer getragen werden. „Sicher, Luft muss man noch bekommen, aber locker darf es nicht sitzen.“ Durch das Mieder bekomme man ein ganz anderes Körpergefühl und auch eine andere Haltung. „Man sitzt und steht gerade.“

 

 

Auch zünftige Lederhosen hat Tosca Werner im Programm. 

 

Dirndlträgerinnen können auch noch manch anderes falsch machen. „Ballerinas und Sneakers sollten den jungen Mädels vorbehalten sein“, sagt Tosca Werner. Bei älteren Frauen sehe das „dotschert“ aus, ein wenig plump und unbeholfen also. Was aber immer gehe: „Pumps mit Absatz.“ Und: Der Knoten der Schürze sollte an der richtigen Seite sitzen. Links heißt ledig, rechts heißt vergeben. Grundsätzlich gelte: Die Tiefe des Ausschnitts und die Länge des Rocks entscheiden darüber, wie frech ein Dirndl aussehe. Tosca Werner rät jedoch, das Kleid nicht zu kurz zu wählen. „Das sieht sonst zu gewollt sexy aus.“

Vom Erfolg überrascht

In Werners Laden gibt es eine große Auswahl. Da hängen Winterdirndl mit langem Arm, Festtagsdirndl oder auch Waschdirndl für den alltäglichen Gebrauch. Auch die Farbpalette ist groß und reicht vom braven Schwarz bis hin zum knalligen Pink. Die Preise beginnen bei 69 Euro für ein Dirndl aus zweiter Hand und gehen hoch bis 179 Euro für ein neues Dirndl. Auch der Herr wird fündig. Karierte Hemden, Jankerl, Lederhosen, Knickerbocker, Strickjacken, Wadlwärmer, seitlich geschnürte Haferlschuhe – wer möchte, kann den Laden ganz im alpenländischen Stil verlassen.

Dass ihre Dirndl auf so große Nachfrage stoßen würden, hatte Tosca Werner selbst nicht erwartet. Zunächst arbeitete sie in einem Second-Hand-Laden einer Freundin in Frechen-Königsdorf und brachte aus München immer mal wieder gebrauchte Dirndl mit. Die gingen weg wie warme Semmeln. „Es sprach sich herum, und bald kam ich mit dem Liefern gar nicht mehr nach.“

Dann sei in ihr die Idee gereift, einen eigenen Laden aufzumachen. In der Ludwig-Erhard-Straße in Glessen wurde sie fündig, im vorigen November eröffnete sie dann ihre „Dirndlträume“. Allerdings ist ihr Sortiment nicht ausschließlich auf den Trachtenlook ausgerichtet. „Ich habe auch einen kleinen Teil ganz normale Kleidung, denn ich wollte auch den Glessenern etwas bieten, damit sie für ein Kleidungsstück nicht immer in andere Orte fahren müssen.“

Das Geschäft öffnet nach der Weihnachtspause am Dienstag, 7. Januar, wieder.

 

 

 

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